Das Siegtalhaus
Eitorfs "Gute Stube" und Domizil des Heimatvereins
Historisches: Das „Siegtalhaus“ Eitorf, Bergstraße 8, stammt nach mündlicher Überlieferung aus dem Jahre 1851. Im ältesten erhaltenen Dokument dieses Gebietes, dem Feldatlas aus dem Jahre 1830, ist für das Grundstück die Witwe Anton Ennenbach eingetragen. Sie war die Eigentümerin eines später abgerissenen Gebäudes an dieser Stelle, welches größer war als das heutige Siegtalhaus, ohne den Anbau mit ehemaliger Scheune und Stallungen. Die nächste Information findet man in den ab 1890 im preußischen Rheinland angelegten Grundbüchern, in Eitorf im Jahre 1893.Hier erschien am 28.9.1893 vor dem Königlichen Amtsgericht Eitorf der Fuhrmann Heinrich Bohlscheid zu Eitorf und erklärte, der Eigentümer des Gebäudes zu sein. Er habe es von seinen Eltern, dem Ackerer Mathias Bohlscheid und Johannette, geb. Becker, zu Eitorf geerbt bzw. durch Gerichtsakte vom 26.6.1885 von den Miterben zum Alleineigentum zugewiesen erhalten. Wann Grundstück und Gebäude in den Besitz der Bohlscheids gelangte, liegt im Dunkeln. Am 14. Oktober 1893 wird durch den Eitorfer Bürgermeister Müller bescheinigt, dass der Fuhrmann Heinrich Bohlscheid in Eitorf sich im Besitz des Grundstücks befindet und im neu angelegten Grundbuch von Eitorf vom 30.8.1894 steht dann als Eigentümer des heutigen Siegtalhauses: Fuhrmann Heinrich Bohlscheid, Eitorf.
Heinrich Bohlscheid betrieb hier sein Fuhrgeschäft und eine kleine Landwirtschaft. Er war ein Mann von kräftiger Statur, und ältere Eitorfer erzählen, dass er nach getaner Arbeit manchmal sein Pferd mit einem Klaps auf das Hinterteil samt Wagen alleine nach Hause schickte, wo es von Familienangehörigen ausgeschirrt wurde, während er selbst sich in einem der Eitorfer Wirtshäuser einen wohlverdienten „Fuhrmannsschnaps“ gönnte. Er starb am 13.11.1926. Heinrich Bohlscheid, seit dem 9. 5. 1884 verheiratet mit Catharina Bohlscheid geb. Stein, hatte sechs Kinder, von denen nur die beiden ältesten geheiratet haben.
1. Maximilian Mathias (Max), geb. am 4.4.1895, Kaufmann in Hennef, gestorben am 28.10.1958 in Bonn, verheiratet mit Änne, geb. Forsbach, 3 Kinder.
Das Fuhrunternehmen wurde nach dem Tode von Heinrich Bohlscheid 1926 aufgegeben, und das Haus Bergstraße 8 erbten nach dem Tode seiner Frau Catharina am 13.3.1936 die Kinder Gretchen (Oberpostsekretärin) zu ½ und Die neue Zeit:
- 1993 wurde das Anwesen auf Betreiben seines damaligen Ehrenvorsitzenden Willi Höhnscheid vom Heimatverein Eitorf von der Gemeinde Eitorf erworben und 1994 unter Denkmalschutz gestellt. Dies wurde wie folgt begründet:
Das Gebäude:
Im Jahresrhythmus finden hier Veranstaltungen zur Brauchtumspflege statt. Den Beginn machen zur Karnevalzeit das Treffen beim „Treuen Husaren“ und die Klaafschtoff wobei es um karnevalistische Brauchtumspflege geht. Diese Veranstaltung wird von Willi Schiefen betreut. Die Fotogruppe des Heimatvereins, geleitet von Josef Weltgen, nutzt die Räume über das Jahr für wechselnde Fotoausstellungen. Beim Eierverzehr zu Fronleichnam, betreut von Hiltrud Schmidt, wird eine alte Tradition gepflegt, die eigentlich zum Pfingstfest gehört. Hier werden hunderte von Eiern „in die Pfanne gehauen“ und anschließend als Eierpfannekuchen in den unterschiedlichsten Zubereitungsformen verzehrt. Beim jährlichen Volkswandertag des Heimatvereins, organisiert von Jürgen Stieg und seiner Helfergruppe, ist das Siegtalhaus in jedem zweiten Jahr Basisstation mit Start und Ziel. Im benachbarten Gartenhaus ist ein Großteil der Utensilien untergebracht, welche die Wandergruppe zur Ausrichtung dieser Veranstaltung braucht. Hier lagern auch zahlreiche Gegenstände, die zur Ausrichtung des jährlichen Weinfestes im Oktober, das an den Weinanbau in Eitorf erinnern soll. Es wird von Uli Trapp betreut. In der Adventzeit folgt die „Weihnachtsscheune“. Dann erscheint das Siegtalhaus außen durch die Gruppe Bernd Winkels, Josef Lohmberg und Jürgen Stieg vorweihnachtlich dekoriert und beleuchtet und in seinem Innern von Andrea Beneke stimmungsvoll geschmückt. |